Flieder

Flieder, bekannt unter seinem botanischen Namen Syringa vulgaris, ist ein…

Flieder, bekannt unter seinem botanischen Namen Syringa vulgaris, ist ein beliebter Zierstrauch in Europa und Nordamerika. Dieser laubabwerfende Großstrauch gehört zur Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae) und wird aufgrund seiner duftenden Blüten weit verbreitet kultiviert. Ursprünglich aus der Balkanhalbinsel stammend, hat sich der Flieder an vielen Orten als robuste Gartenpflanze etabliert.

Herkunft und Geschichte

Die Geschichte des Flieders reicht weit in die Vergangenheit zurück. Bereits im 16. Jahrhundert gelangte der Flieder aus den Gärten des Osmanischen Reiches nach Nordeuropa. Es war der Botschafter des Heiligen Römischen Reiches bei den Osmanen, Ogier Ghiselin de Busbecq, der Lilienstecklinge an den niederländischen Botaniker Carolus Clusius verschickte. Seitdem hat sich der Flieder in den Gärten der nördlichen Hemisphäre etabliert und genießt bis heute große Beliebtheit.

Botanische Merkmale

Wuchs: Syringa vulgaris erreicht eine Höhe von bis zu 7 Metern und bildet häufig Sekundärtriebe aus, wodurch im Laufe der Zeit kleine Gehölzgruppen entstehen können. Der Stamm kann einen Durchmesser von bis zu 20 cm haben.

Blätter: Die Blätter sind einfach, oval bis herzförmig und besitzen eine leuchtend grüne bis bläulich-grüne Farbe. Sie sind 4 bis 12 cm lang.

Blüten: Die Blüten des Flieders sind lilafarben bis mauve und gelegentlich auch weiß. Sie sind in dichten, terminalen Rispen angeordnet und verbreiten einen intensiven Duft. Die Blütezeit reicht von Mitte April bis Anfang Juni.

Standort und Boden

Flieder bevorzugt einen sonnigen, geschützten Platz mit durchlässigem, nährstoffreichem Boden. Der Boden-pH sollte idealerweise zwischen 5,5 und 7 liegen. Staunässe und Bodenverdichtung sind zu vermeiden, da die Pflanzen darauf empfindlich reagieren.

Pflegepraxis

  • Gießen: Regelmäßige Wassergaben während der Anwachsphase sind wichtig. Etablierte Pflanzen benötigen zusätzliche Wassergaben nur in Trockenperioden.
  • Düngen: Eine Düngergabe im Frühjahr und eine weitere im Juni fördern das Wachstum und die Blütenbildung.
  • Schneiden: Ein Rückschnitt ist nicht zwingend erforderlich. Verwelkte Blütenstände können entfernt werden, um die Samenbildung zu verhindern und die Pflanze vital zu halten.
  • Umtopfen: Kübelpflanzen sollten alle 3 bis 5 Jahre umgetopft werden. Achte darauf, dass das Gefäß mindestens 50 Liter Fasst.
  • Überwintern: Flieder ist winterhart, sollte jedoch vor austrocknendem Wind geschützt werden.

Krankheiten und Schädlinge

Flieder ist relativ resistent gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Gelegentlich können Mehltau oder Blattläuse auftreten, was jedoch durch geeignete Maßnahmen gut in den Griff zu bekommen ist.

Vermehrung

Flieder kann durch Samen, Stecklinge oder durch Teilung vermehrt werden. Die Vermehrung durch Veredlung ist ebenfalls möglich, insbesondere bei Edelflieder-Sorten. Wichtig ist, dass die Austriebe der Unterlage regelmäßig entfernt werden, um die gewünschte Sorte zu fördern.

Verwendung im Garten

Flieder eignet sich hervorragend als Solitärpflanze, in Blütenhecken oder als Schnittgehölz für Sträuße. Sein intensiver Duft lockt zahlreiche Insekten an und trägt zur Biodiversität im Garten bei.

Ein sonniger Standort und ein gut durchlässiger Boden sind für den Flieder unabdingbar. Dies fördert nicht nur die Blütenfülle, sondern auch die Gesundheit der Pflanze.

Häufige Fragen

  • Wieso blüht mein Flieder nicht? Häufige Ursachen sind ein falscher Standort (zu schattig) oder ein zu starker Rückschnitt.
  • Wie kann ich Flieder richtig schneiden? Vermeide das Schneiden vor der Blüte, da Flieder an zweijährigen Trieben Blüten bildet.
  • Welche Pflanzen harmonieren mit Flieder? Frühblühende Pflanzen wie Krokusse oder Winterlinge sind gute Begleiter für Flieder.
  • Ist Flieder insektenfreundlich? Ja, der Flieder zieht Schmetterlinge und Bienen mit seinem Duft an.

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